Die deutsche Altölbilanz kannte lange nur eine Richtung, bis die Recyclingquote zwischenzeitlich deutlich einbrach: auf rund 71 % im Jahr 2023. Inzwischen ist die Wende geschafft. Was war passiert, und was hat sich geändert?

Die Ursachen des Einbruchs

Drei Faktoren kamen zusammen. Erstens die Energiepreise: Reraffination ist energieintensiv, steigende Kosten drückten die Marge der Aufbereiter. Zweitens die Rohstoffmärkte: Schwankende Preise für Basisöl machten die Verwertung zeitweise unattraktiv gegenüber der Verbrennung. Drittens die Qualität der Sammelware: Vermischtes oder verunreinigtes Altöl fällt aus der Aufbereitungsschiene heraus, und jeder Prozentpunkt schlechter Sammlung kostet Quote.

Warum das mehr als eine Statistik ist

Jede Tonne, die statt in die Reraffination in die Verbrennung geht, verliert ihren Stoffwert unwiederbringlich und verursacht mehr Emissionen: Basisöl aus Altöl spart rund 60 % CO₂ gegenüber Rohöl (Quelle: Umweltbundesamt).

Die Trendwende

Die aktuelle Bilanz zeigt die Erholung: 2024 stieg die Recyclingquote auf 91 %, bei einem Aufkommen von rund 516.400 Tonnen gingen gut 228.500 Tonnen der Sammelkategorie 1 in die Reraffination (Quelle: Bundesverband Altöl). Stabilere Märkte trugen dazu bei, vor allem aber die Sammelqualität.

Die Lehre für Betriebe

Die Quote wird nicht in der Raffinerie gewonnen, sondern an der Quelle: sortenrein sammeln, nichts zumischen, geordnet abholen lassen. Genau dort entscheidet sich, welche Kurve die nächste Bilanz zeigt.