Altöl kennt keine Grenzen, seine Entsorgung schon: Was in einem EU-Land vorbildlich geregelt ist, versickert im nächsten. Einheitlichere Regeln gelten deshalb als wichtiger Baustein der europäischen Kreislaufwirtschaft.
Das Problem der Flickenteppiche
Unterschiedliche Sammelpflichten, Nachweisformate und Verwertungsvorgaben machen es Herstellern, Entsorgern und grenznah tätigen Betrieben schwer. Vor allem aber verschenken sie Potenzial: Altöl, das in Land A verbrannt wird, wäre in Land B Rohstoff für neues Basisöl gewesen.
Welche Ansätze diskutiert werden
Im Kern geht es um drei Linien: einen europaweit verankerten Vorrang der Aufbereitung vor der Verbrennung, vergleichbare Sammel- und Nachweisstandards und Förderungen für Aufbereitungskapazität, wie bei der EU-geförderten Pilotanlage in Tudela. Die Richtung stützen auch die Zahlen: Basisöl aus Altöl spart rund 60 % CO₂ gegenüber Rohöl (Quelle: Umweltbundesamt).
Was Deutschland einbringt
Mit einer Recyclingquote von 91 % im Jahr 2024 (Quelle: Bundesverband Altöl) gehört Deutschland zu den Ländern, deren System als Vorbild dient: getrennte Sammlung, dokumentierte Übergabe, dichte Abholstruktur.
Für Betriebe ändert sich: wenig
Wer heute schon sortenrein sammelt und dokumentiert abgibt, erfüllt sinngemäß alles, was Brüssel anstrebt. Die Routine dazu gibt es bundesweit organisiert: Menge eingeben, Sofortpreis sehen, Termin wählen.
