Altöl ist ein fester Bestandteil industrieller und gewerblicher Prozesse. In Werkstätten, im Maschinenbetrieb und in der Produktion fällt es regelmäßig an. Dabei handelt es sich nicht um einen klassischen Abfallstoff, sondern um einen wertvollen Rohstoff mit erheblichem Wiederverwertungspotenzial.
Moderne Recyclingverfahren ermöglichen es heute, Altöl in hochwertigen Basisölkomponenten aufzubereiten. Dieses Verfahren wird als Re-Refining bezeichnet und gewinnt im Zuge steigender Umwelt- und Ressourcenschutzanforderungen zunehmend an Bedeutung.
Re-Refining als Bestandteil der Kreislaufwirtschaft
Unter Re-Refining versteht man die industrielle Aufbereitung von Altöl zu Basisöl. Dieses Basisöl dient als Ausgangsstoff für die Herstellung neuer Schmierstoffe.
Im Gegensatz zur energetischen Verwertung wird der Stoff hierbei nicht thermisch genutzt, sondern stofflich zurückgeführt. Damit wird der Rohstoffkreislauf geschlossen und eine mehrfache Nutzung ermöglicht.
Für Unternehmen bedeutet dies eine direkte Einbindung in die Kreislaufwirtschaft und eine Reduzierung des Bedarfs an primären Rohstoffen.
Altöl als Sekundärrohstoff
Altöl besteht zu einem erheblichen Anteil aus wiederverwertbaren Kohlenwasserstoffen. Diese können durch geeignete Verfahren zurückgewonnen und in den Produktionsprozess zurückgeführt werden.
Damit erfüllt Altöl die Anforderungen eines Sekundärrohstoffs und besitzt eine hohe wirtschaftliche und ökologische Relevanz.
Die Nutzung dieses Potenzials trägt zur Reduzierung des Rohölverbrauchs bei und unterstützt eine ressourcenschonende Industrieproduktion.
Industrieller Ablauf des Re-Refining
Die Aufbereitung von Altöl erfolgt in mehreren technologisch definierten Prozessschritten.
Annahme und Aufbereitung
Zunächst erfolgt die Sammlung und Klassifizierung des Altöls. Eine sortenreine Erfassung ist für die weitere Verarbeitung von entscheidender Bedeutung.
Bereits in dieser Phase werden grobe Fremdstoffe und Wasseranteile reduziert.
Vorbehandlung
Im Rahmen der Vorbehandlung wird das Altöl thermisch konditioniert. Ziel ist die Trennung leichtflüchtiger Bestandteile sowie die Entfernung von Restwasser.
Zusätzlich erfolgt eine mechanische Filtration zur Entfernung fester Partikel.
Vakuumdestillation
Die Destillation unter Vakuumbedingungen stellt einen zentralen Prozessschritt dar. Dabei werden die einzelnen Fraktionen des Altöls bei kontrollierten Temperaturen getrennt.
Dieses Verfahren ermöglicht eine materialschonende Aufbereitung und bildet die Grundlage für die spätere Ölqualität.
Hydrierung und Raffination
Im Anschluss erfolgt die hydrierende Behandlung. Dabei werden unerwünschte Bestandteile wie Schwefelverbindungen, Stickstoffe und metallische Rückstände entfernt.
Gleichzeitig wird die chemische Stabilität des Basisöls verbessert. Das Ergebnis ist ein hochwertiges Raffinat, das industriellen Anforderungen entspricht.
Finalisierung
Das erzeugte Basisöl wird anschließend je nach Einsatzbereich weiter veredelt. Durch die Zugabe spezifischer Additive entstehen Schmierstoffe mit definierten Eigenschaften für unterschiedliche Anwendungen.
Qualität und Einsatzfähigkeit
Re-Refined-Basisöle erreichen heute eine Qualität, die mit primär gewonnenen Ölen vergleichbar ist. Sie erfüllen die gängigen Industrienormen und können in vielen Anwendungsbereichen ohne Einschränkungen eingesetzt werden.
Für Unternehmen ergibt sich daraus eine gleichwertige Alternative zu konventionellen Schmierstoffen.
Umwelt- und Ressourceneffekte
Die stoffliche Verwertung von Altöl leistet einen wesentlichen Beitrag zur Ressourcenschonung. Im Vergleich zur Herstellung aus Rohöl werden Energieeinsatz und Emissionen deutlich reduziert.
Darüber hinaus wird die Belastung natürlicher Ressourcen verringert und die Entstehung von gefährlichen Abfällen vermieden.
Re-Refining ist damit ein zentraler Baustein moderner Umweltstrategien im industriellen Bereich.
Bedeutung für Unternehmen
Für Unternehmen ergeben sich aus dem Einsatz und der Rückführung von Altöl mehrere strategische Vorteile.
Dazu zählen eine verbesserte Umweltbilanz, eine höhere Prozesssicherheit im Umgang mit gefährlichen Stoffen sowie eine stärkere Positionierung im Bereich Nachhaltigkeit.
Insbesondere im Rahmen von Zertifizierungen und ESG-Anforderungen gewinnt dieser Aspekt zunehmend an Bedeutung.
Entwicklungsperspektive
Die Anforderungen an die Abfall- und Ressourcenwirtschaft werden sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Gleichzeitig steigt die Bedeutung geschlossener Stoffkreisläufe in der Industrie.
Re-Refining wird dabei eine zentrale Rolle einnehmen, da es ökologische Anforderungen mit wirtschaftlicher Effizienz verbindet.
Fazit
Re-Refining stellt eine technisch ausgereifte und nachhaltige Lösung für den Umgang mit Altöl dar. Der Stoff wird nicht entsorgt, sondern als Rohstoff erneut in den Produktionskreislauf eingebracht.
Für Unternehmen bietet sich damit die Möglichkeit, ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Effizienz zu verbinden und gesetzliche Anforderungen zuverlässig zu erfüllen.
Die Deutsche Entsorgungsgesellschaft unterstützt Unternehmen bei der fachgerechten Erfassung, Entsorgung und Verwertung von Altöl und stellt eine gesetzeskonforme sowie nachhaltige Lösung entlang der gesamten Prozesskette sicher.